Greeknations - die antiken griechischen Stadtstaaten
   

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Die griechische Kultur:

Ausbildung und Leistung:

Das griechische Bildungsideal lautet: arete (ausgezeichnet) - eine Tugend, die ihrem Träger ermöglicht, im Rahmen seiner Polis ein gutes Leben zu führen. Selbsterkenntnis und Fachkenntnis gehören ebenfalls dazu, aber was vor allem zählt sind erwartungsgemäß soziale Qualitäten, körperliche Fitness, zugleich würdevolles Verhalten, rasche Auffassungsgabe, Beredsamkeit, Zurückhaltung beim Alkohol und Kontrolle der Gefühle, Kenntnisse des Gesangs und des Lyraspiels und die Fähigkeit, in Debatten zu punkten. Die griechische Vorliebe für körperliche, moralische und intellektuelle Fähigkeiten wird auch in den Lehren des Sokrates offenbar. Sein bestechender philosophischer Geist jedenfalls steht im Gegensatz zu seinem wenig einnehmenden, einem Satyr ähnlichen Aussehen und seinem völligen Mangel an körperlicher Grazie.

Fast alle Griechen können Lesen, Schreiben und Rechnen - das Gesetz verlangt dies in den meisten Stadtstaaten auch. Auch ärmere Kinder können Schulen besuchen, denn diese werden in den meisten Stadtstaaten vom Staat finanziert. Aber es gibt neben der Schulerziehung auch die Erziehung durch das Leben. Die Kinder werden vorerst von einem Hauslehrer erzogen. Mit ca. 6 Jahren wird die weitere Ausbildung von drei Schulen übernommen. Es gibt die Grundschule, wo akademische und literarische Fächer unterrichtet werden, die Musikschule, wo musische Fächer unterrichtet werden und das Gymnasion, wo Tanz-, Turn- und sportliche Fächer unterrichtet werden.

Die Kinder lernen mit einem Stift auf weichen Wachstafeln schreiben, von denen die Worte jederzeit wieder entfernt werden können, sodass die Tafeln immer wieder verwendbar sind. Die griechische Kultur hat eine Vorliebe für mündliche Übungen. So müssen die Kinder lange Passagen aus den Werken der Dichter rezitieren, vor allem aus den Mythen Homers, und zwar so gründlich, dass es ihnen im späteren Leben möglich ist, seine Worte bei jeder Gelegenheit zu zitieren. Es wird erwartet, dass bei einer Debatte beide Seiten jederzeit treffende Argumente und Vergleiche bringen und somit großes Wissen zeigen.

Die Begeisterung der Griechen für eine gute musikalische Erziehung zeigt, wie wichtig die Musik in ihrem Leben ist. Schlechte Musik ist gleich schlechtem Einfluss:

Singen und Spielen ist wichtig, nicht nur zum Vergnügen, sondern auch bei vielen öffentlichen und religiösen Zeremonien. Aus diesem Grund lernen die Kinder Flöte und Lyra spielen, Instrumente, mit denen Gedichte begleitet werden.

Die Erziehung der Kinder endete mit 18 Jahren. Darauf folgten 2 Jahre Training in der Stadtwache. Das Training beinhaltet auch soziale und religiöse Verpflichtungen. Darauf folgten 10 Jahre Unterricht von Sophisten (Wanderlehrer), die Schüler in den Künsten des Erfolges und in den Künsten der Beredsamkeit und der Redfertigkeit, die besonders wichtig für die Volksversammlungen und den Gerichten ist; die Kunst den richtigen Zeugen aufzustellen, die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen, die richtigen Argumente zu bringen. Einige Sophisten unterrichten auch andere Fächer wie das Training des Erinnerungsvermögens und der politischen Theorie, alles im Hinblick auf die praktische Anwendung.

Der Athletenkult:

Für die Griechen ist die Schönheit des nackten logischen Körpers von großer Wichtigkeit. Sportliche Übungen sind Teil der Erziehung und werden auch im Erwachsenenleben beibehalten. Viele Bürger besuchen die Olympischen Spiele und andere sportliche Wettkämpfe, wo die Sieger gefeiert werden, als seien sie unsterblich.

In den Städten gibt es viele sportliche Einrichtungen, die Palaistren und die Gymnasien. Ein Palaistra ist ein Zentrum für sportliche Ausbildung, in dem die Schüler gymnastische Übungen mit Musikbegleitung ausüben und andere Wettkampfsportarten wie Laufen und Sprinten trainieren, während die Erwachsenen Ringkämpfe durchführen. Eine Palaistra ist eine öffentliche Einrichtung, ausgestattet mit Umkleideräumen, Waschmöglichkeiten und Geschäften. Alle Jugendlichen können sie benutzen, wenn sie einen Trainer wollen, müssen sie jedoch eine geringe Gebühr bezahlen. Die Gymnasien sind großflächige Sportschulen mit großflächigen Sportanlagen mit vielen Möglichkeiten, die oft in der Nähe von Quellen und großen schattigen Bäumen angelegt sind.

Die Vorliebe der Griechen für Athleten hat ihren ursprünglichen Grund sicherlich in der Ertüchtigung des Körpers der Städter, um fit und trainiert zu sein. Gymnasien sind offen für alle Bürger und die wichtigsten sozialen Treffpunkte der Stadt, in welche die sportlichen Übungen, die Entspannung und die Konversation dazu dienen, politische Bündnisse zu fördern. Ein großes Angebot von Bequemlichkeiten begleiten den Aufenthalt:

vor den Übungen wird der Körper eingeölt und bestaubt, nachher gewaschen und mit der Strigilis (einem gebogenen Bronzegerät) abgeschabt.

Die Griechen lieben Wettkämpfe und sind durstig nach sportlichem Ruhm. Sportliche Tapferkeit gilt als eine der größten Formen von Heldenmut, wert, in Gedichten unsterblich gemacht zu werden. Sportveranstaltungen sind wichtige Ereignisse im Laufe eines Jahres. Die meisten Veranstaltungen haben auch sportliche Wettkämpfe im Programm. Die wichtigste ist zweifellos die der Olympischen Spiele. Alle diese Ereignisse sind religiöse Feste, begleitet von Opfern und feierlichen Ritualen, aber sie sind auch ein Heidenspaß, die Touristen und Zuschauer aus dem ganzen Kontinent anziehen. Mittendrin machen Verkäufer von Essen, Schmuck und Weissagungen gute Geschäfte, und Philosophen und Historiker tragen alle ihre Werke vor, die ihnen zuhören.

Bei den Olympischen Spielen werden die Laufdiszipline im Stadion durchgeführt. Pferde- und Wagenrennen werden im Hippodrom abgehalten. Bis auf eine kleine Ehrentribüne, die für die Priester und Regierungsmitglieder reserviert ist, haben die Zuseher keine eigenen Sitzplätze, sondern sitzen auf Hügeln, von denen sie die Kämpfe beobachten können. Die Athleten sind ausschließlich unbekleidet, bis auf einen Wettlauf, den sie in voller Rüstung bestreiten müssen. Das Programm setzt sich aus vier Wettläufen und dem Pentathlon - dem Fünfkampf - zusammen. Zum Pentathlon gehören Speer- und Diskuswerfen, Weitsprung, Wettlauf und Ringen. Gewinner ist der, der mindestens drei dieser Disziplinen gewinnen kann.

In ganz Griechenland trainieren die Athleten hart für die Olympischen Spiele. Vernünftigerweise sind auch talentierte Sportler zu den Lauf- und Felddisziplinen zugelassen, wogegen die teuren Pferde- und Wagenrennen hauptsächlich von Reichen ausgeführt werden.

Zu Ehren der Göttin Hera wird bei den Olympischen Spielen auch ein Wettlauf für Frauen durchgeführt.

Finanzielle Reichtümer können bei den Spielen nicht erworben werden. Der Preis für den Sieger ist ein Zweig eines dem Zeus geweihten Olivenbaums, ein Olivenkranz, manchmal eine Amphore voller Öl und unvergänglicher Ruhm.

Die Athleten treten als Repräsentanten ihres Stadtstaates auf. Immer intensiveres und längeres Training bringt eine eigene Klasse professioneller Athleten hervor, die von einem Wettkampf zum anderen reisen und die meisten Preise davontragen.

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